Kochbeutel für langes Garen von Produkten

Werden Kochbeutel in der Gastronomie schon seit Jahren eingesetzt, um Speisen langfristig haltbar zu machen, treten sie zunehmend ihren Siegeszug auch in den heimischen Küchen an. Das liegt nicht zuletzt an den Vorteilen, die der Einsatz eines Vakuum-Kochbeutels mit sich bringt. Ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder vorgegarte Lebensmittel: Ein hochwertiger Kochbeutel verlängert die Haltbarkeit von Nahrungsmitteln deutlich bei sehr geringem zusätzlichem Arbeitsaufwand.

Per Definition sind Kochbeutel meist Beutel aus wärmebeständiger Folie, in denen Lebensmittel unter der Verwendung eines Vakuums verpackt werden. Die Besonderheit gegenüber normalen Siegelrandbeutel oder Vakuumbeutel ist die Möglichkeit, die eingeschweißten Produkte direkt im Beutel mit Hilfe eines Wasserbades zu erhitzen oder zu garen.

Geschichte der Kochbeutel

Obwohl die genaue Entstehung nur schwer zurückzuverfolgen ist, ist die Entwicklung des Kochbeutels fast untrennbar mit der Geschichte der industriellen Reisfertigung verbunden. Nach der Erfindung des Paraboiled Verfahrens 1943, also des vorgekochten Reis, welcher nur noch im Topf aufgewärmt werden musste, war die Erfindung des Kochbeutels die logische Konsequenz. So war es möglich den Reis einfacher zu kochen, da ein Anbrennen der Reiskörner im Kochbeutel besser verhindert werden konnte, als wenn der Reis lose im Topf war.

Je nach Quellenlage wird als Erfinder des Kochbeutels entweder der Reisspezialist Euryza im Jahr 1959 oder die weitaus bekanntere Firma Uncle Ben‘s genannt. Das älteste auffindbare Patent in Deutschland mit dem Titel „Kochbeutel“ wurde am 17.12.1975 von der Firma Uncle Ben’s GmbH beantragt und am 22.04.1976 ausgestellt.

Artenvielfalt bei Kochbeuteln

Grundsätzlich bestehen Kochbeutel meist aus Polyethylenfolie hoher Dichte. Neben der Beständigkeit gegenüber Kälte und Wärme muss diese auch beständig gegenüber dem Kochmedium sein. Die Struktur der Folie ist dabei meist dem Verwendungszweck angepasst. Glatte, wasserundurchlässige Strukturen werden für Lebensmittel genutzt, die für ein optimales Geschmackserlebnis keinen Wasserkontakt benötigen. Perforierte, wasserdurchlässige Strukturen sind dagegen z.B. bei Reis und diversen Linsensorten im Einsatz, da hier das Wasser für den Garvorgang notwendig ist. Die Konstruktion muss das Entnehmen und Öffnen des meist heißen Beutels berücksichtigen.

Bekannte Arten des Kochbeutels sind der Schlauchkochbeutel, der Kochschrumpfbeutel und der Siegelrandkochbeutel.

Der dreischichtige Schlauchkochbeutel besteht aus zwei Schichten Polyamid und einem dazwischenliegenden Haftschichtvermittler sowie Polyethylen. Besonders hervorzuheben ist die Temperaturbeständigkeit dieser Art Kochbeutel (−40 °C bis 115°C). Diese ist notwendig, damit z.B. gekochte Produkte sofort tiefgekühlt werden können.

Soll ein Kochbeutel für Kochschinken genutzt werden, ist meistens der Kochschrumpfbeutel im Einsatz. Dieser hat die Eigenschaften bei Hitzezuführung zu schrumpfen. Somit schmiegt er sich an das Kochgut optimal an und sorgt für eine gute Optik.

Siegelrandkochbeutel schließlich zeichnen sich durch ihre hohe Reißfestigkeit auch bei dünner Folienstärke aus. Dies wird durch die Verwendung von orientiertem Polyamid erreicht, die durch die hochgeordnete Ausrichtung der verwendeten Polymer-Molekülketten eine verstärkte Widerstandsfähigkeit erlangt.

Wofür werden Kochbeutel genutzt?
Vorteile und Nachteile von Kochbeuteln

Die Beliebtheit des Kochbeutels in der Gastronomie und im privaten Bereich begründet sich neben der einfachen Handhabbarkeit vor allem auf die Fähigkeiten zur Geschmacks- und Aromakonservierung der eingekochten Lebensmittel. Bei schonendem Einkochen bleiben zudem Vitamine erhalten, während konventionelle Konservierungsmethoden einen hohen Nahrungsmittelverlust aufweisen, der sich auch im Geschmack wiederspiegelt.

Darüber hinaus vereinfachen Kochbeutel die Zubereitung von Reis oder Linsenprodukten, die früher meist lose im Topf zubereitet wurden. Der Einsatz des Beutels mindert die Gefahr, dass der Kochbeutelinhalt anbrennt. Ist allerdings zu wenig Wasser im Topf, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Beutel an den heißen Topf gelangt und dies im schlimmsten Fall zur Beschädigung des Kochbeutels führt. Kunststoffrückstände können so in die Nahrung gelangen.